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04.03.2011 - Hechinger Kammerorchester meets Peitschenmuseum
Sein diesjähriges Hauptkonzert wird das Hechinger Kammerorchester am 19. März um 20 Uhr in der katholischen Kirche Burladingen-Killer zugunsten der neuen Orgel geben.
Im Konzertprogramm wird das Ensemble unter der Leitung von Andrea Kessler unter Anderem die ‚Musikalische Schlittenfahrt’ von Leopold Mozart zu Gehör bringen. Obwohl der Frühling mit voller Macht Einzug hält, möchte man die Gelegenheit nutzen, diesen musikalischen Leckerbissen zusammen mit dem Leiter des Peitschenmuseums, Oliver Simmendinger zu interpretieren. Die musikalischen Peitschenhiebe, die den Kern dieser Komposition ausmachen, werden üblicherweise durch musikalische Hilfsmittel oder Schlagwerke erzeugt. In der Heimat des Peitschenmuseums stellt es aber ein absolutes Muss dar, reale Peitschenhiebe zu hören. Dabei wird es nicht nur für die Musiker spannend sein, dass die Peitsche taktgenau an der vom Komponisten gewünschten Stelle zum Einsatz kommen wird. Leopold, der Vater des berühmten Wolfgang Amadeus Mozart, wurde 1719 in Augsburg geboren, wirkte jedoch zeit seines Lebens in Salzburg. In vielen seiner Kompositionen arbeitete Leopold immer wieder reale Klangeffekte, wie zum Beispiel Hundebellen, Posthorn, Glockengeläut oder wie in der Schlittenfahrt Peitschen in seine Kompositionen ein.
Den Konzertbesuchern wird auch die als ‚Pauern-Kirchfarth’ (Originalorthographie) bezeichnete Sonata à 6 von Heinrich Ignaz Biber vorgetragen. Die Kompositionsteile sind überschrieben mit Adagio - Presto, Die Pauern Kirchfarth, Adagio und Aria. Dabei wird der Zuhörer förmlich an den Wegesrand gestellt, von wo er den Prozessionszug zur Kirche mitverfolgt. Zunächst kommt der Zug von Weitem auf ihn zu, wird unmittelbar vor ihm entsprechend lauter, verweilt in einer Art Gebet und Gesang, um dann in der Ferne wieder zu entschwinden. Die Lebenszeiten von Johann Sebastian Bach und Heinrich Ignaz Biber überlappten um 19 Jahre. Obwohl die beiden Musiker in sofern Zeitgenossen waren, könnte die Musik Bibers ohne musikhistorische Kenntnisse für deutlich älter gehalten werden, was nicht zuletzt in der Schreibweise und der Wortwahl des Komponisten seinen Niederschlag findet. Neben anderen Kompositionen schrieb Biber viel Gebrauchsmusik z.B. die ‚liederliche Gesellschaft von allerley Humor’, oder die beschriebene Sonata à 6 aus dem Jahr 1673.
Als weiterer Komponist wird der 1670 geborene Antonio Caldara vorgestellt. Er schrieb neben anderen wichtigen Werken eine Reihe von ‚Sinfonias’. Davon werden von dem Streichorchester aus Hechingen die Sinfonia Nr. 10 (Josef, der die Träume deutet) und Nr. 12 (Passion Jesu Christi) intoniert. Konzertant soll hier in der christlichen Fastenzeit und in dem kirchlichen Raum zu den Ereignissen der Kartage hingeführt werden. (ein Bericht von Thomas Bartle)
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